Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ist ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Korbblütler und stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum. Der botanische Name Santolina chamaecyparissus bedeutet sinngemäß „kleine Zypresse am Boden" — eine Anspielung auf die feingliedrigen, silbrig-grauen Blättchen, die an Zypressen-Laub erinnern. Durch seine silbrige Laubfarbe, die langen Blütezeiten und die extreme Trockenheitstoleranz hat sich Heiligenkraut in deutschen Gärten als zuverlässige Dauerstaude für sonnige Standorte bewährt.
Standort und Boden: Heiligenkraut benötigt zwingend einen vollsonnigen bis sonnigen Standort mit sehr gut durchlässigem Boden. Sandige, kalkhaltige oder steinige Böden sind ideal. Staunässe ist sein größter Feind — wer in lehmigen oder humusreichen Gärten gärtnert, sollte Heiligenkraut auf einem erhöhten Beet oder in einem Kiesbett pflanzen. In nährstoffreichen, feuchten Böden wächst Heiligenkraut zu üppig und verliert seine kompakte Polsterform. Als typische Kiesgartenpflanze eignet sich Heiligenkraut hervorragend für mediterrane Gärten, Steppenpflanzungen und Steingärten.
Pflege und Rückschnitt: Etabliertes Heiligenkraut ist ausgesprochen pflegeleicht. Weder regelmäßige Bewässerung noch Düngung sind nötig. Der entscheidende Pflegeschritt ist der zweimalige Rückschnitt pro Jahr: Im März oder April direkt nach dem Neuaustrieb und nach der Blüte im August kräftig ins ältere Holz schneiden, um eine kompakte Polsterform zu erhalten. Ohne Rückschnitt verholzt die Basis und die Pflanze öffnet sich unattraktiv auseinander. Wer besonders kompaktes Wachstum wünscht, schneidet die Blütenstiele bereits im Knospenstadium zurück.
Blüte und Blütezeit: Von Juni bis August erscheinen leuchtend gelbe, kugelrunde Blütenköpfchen auf langen Stielen. Die Blüten sind einfach gebaut und werden gerne von Bienen und Schwebfliegen besucht. Santolina rosmarinifolia, eine verwandte Art mit grünem Laub, blüht ebenfalls gelb; Santolina serratifolia zeigt gezähnte Blätter und ist etwas kompakter.
Heiligenkraut Verwendung: Als silbriger Kontrastpartner zu blau-violetten Stauden wie Lavendel (Lavandula angustifolia), Ziersalbei (Salvia nemorosa) oder Katzenminze (Nepeta x faassenii) ist Heiligenkraut unübertroffen. Klassisch als Beetbegleitung, niedriger Heckensaum, Beetkante oder Bodendecker in trockenen Staudenbeeten verwendet.
Ist Heiligenkraut essbar? Historisch wurden die aromatischen Blätter mit ihren ätherischen Ölen als Gewürz eingesetzt, heute gilt Heiligenkraut jedoch nicht als Speisepflanze. In größeren Mengen können die ätherischen Öle reizend wirken. Als Räucherpflanze oder für Duftsträuße wird Heiligenkraut manchmal noch genutzt.
Botanischer Name und Winterhärte: Der botanische Name lautet Santolina chamaecyparissus. Heiligenkraut ist bis circa -15°C winterhart (Zone 7). In rauen Lagen oder auf schweren, feuchten Böden kann ein leichter Reisigschutz sinnvoll sein. Überwinterungsfeind Nummer eins ist nicht der Frost, sondern nasse Bodenverhältnisse im Winter.
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