Ein japanischer Garten ist ein Ort der Ruhe und Besinnung, ein harmonisches Zusammenspiel von Pflanzen, Steinen und Wasser, das die Gelassenheit der Natur widerspiegelt. In Deutschland erfreut sich dieser Gartenstil zunehmender Beliebtheit, da er eine Oase der Entspannung im hektischen Alltag bieten kann. Doch wie lässt sich diese fernöstliche Ästhetik mit heimischen Pflanzen umsetzen? Besonders Stauden sind ideal, um einen japanischen Garten zu gestalten, der sowohl authentisch wirkt als auch den klimatischen Bedingungen hierzulande standhält.
Im japanischen Garten sind Stauden ein wesentliches Gestaltungselement, da sie durch ihre Vielfalt an Formen und Farben die gewünschte Ruhe und Balance erzeugen können. Eine der bekanntesten Stauden, die sich hervorragend für einen solchen Garten eignet, ist die Funkie (Hosta). Diese Pflanze beeindruckt durch ihre großen, dekorativen Blätter, die in unterschiedlichen Grüntönen schimmern und auch schattige Plätze aufwerten. Ihre pflegeleichte Art macht sie zudem zu einem idealen Bewohner für jeden Garten.
Begleitend zur Funkie kann das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica 'Red Baron') eingesetzt werden. Diese Staude bringt mit ihren leuchtend roten Blättern einen kraftvollen Farbakzent in den Garten und erinnert an die Herbstfärbung japanischer Ahornbäume. Das Blutgras ist pflegeleicht und wächst sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen, was es zu einem flexiblen Gestaltungselement macht. Zusammen mit der zarten Japan-Anemone (Anemone hupehensis) entsteht ein sanftes Spiel von Farben und Formen, das die meditative Wirkung des Gartens unterstreicht.
Ein weiteres Highlight für den japanischen Garten ist der Farn, der mit seiner filigranen Struktur für Leichtigkeit und Eleganz sorgt. Der Japanische Schachtelhalm (Equisetum hyemale) ist nicht nur ein typischer Vertreter für asiatische Gärten, sondern auch durch seine aufrechte Wuchsform ein echter Hingucker. Kombiniert mit dem Japanischen Waldgras (Hakonechloa macra), das mit seinen überhängenden Halmen Bewegung in den Garten bringt, entsteht eine dynamische und doch harmonische Kulisse.
Um die Zen-typische Ruhe zu verstärken, können Steine und Kiesel eingesetzt werden, die Wege und Beete einfassen. Hierbei sind unregelmäßige, natürliche Formen zu bevorzugen, die das Prinzip der Unvollkommenheit, das Wabi-Sabi genannt wird, widerspiegeln. Diese Elemente lassen sich hervorragend mit Bodendeckern wie dem Immergrün (Vinca minor) kombinieren, das mit seinen blauen Blüten und seinem dichten Wuchs den Boden bedeckt und pflegeleicht ist.
Tipp: Beginnen Sie mit einem kleinen Bereich Ihres Gartens, um den japanischen Stil auszuprobieren. Wählen Sie eine ruhige Ecke aus, die Sie mit den genannten Stauden gestalten. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen in Gruppen gepflanzt werden, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Höhen und Texturen zu spielen, um Tiefe und Interesse in Ihren Garten zu bringen. Der Einsatz von Wasserelementen, wie einem kleinen Bachlauf oder einer Schale mit Wasser, kann die Ruhe und Eleganz des Gartens weiter unterstreichen. So entsteht Schritt für Schritt ein japanischer Garten, der nicht nur ein Rückzugsort, sondern auch ein Ort der Inspiration und Meditation sein kann.
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