Ein insektenfreundlicher Garten ist nicht nur ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern bereichert auch das eigene Gartenparadies. Stauden für Bienen sind dabei von unschätzbarem Wert, da sie eine verlässliche Nahrungsquelle bieten. Wichtig zu wissen ist, dass gefüllte Blüten oft wertlos für Bienen sind: Bei diesen Zuchtformen sind die Staubblätter zu Blütenblättern umgeformt, sodass kaum noch Nektar und Pollen zu holen sind. Stattdessen sollte man auf ungefüllte Blüten setzen, die den Insekten einen einfachen Zugang zu ihren Nährstoffen ermöglichen — so, wie man sie bei vielen Wildstauden findet. Besonders bienenfreundliche Stauden sind jene, die reichlich Nektar und Pollen produzieren. Dazu gehören der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und die Wilde Karde (Dipsacus fullonum).
Um den Garten über die gesamte Saison hinweg als Bienenweide attraktiv zu gestalten, ist eine geschickte Planung der Blühzeiten entscheidend. Früh im Jahr bieten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Schlüsselblume (Primula veris) und Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) wertvolle Nahrung. Im Sommer sind der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) und der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) beliebte Anlaufstellen für Bienen, ergänzt um den Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) und die Flockenblume (Centaurea montana). Im Spätsommer und Herbst sorgen Astern — etwa die Herbstaster (Aster novi-belgii) — und die Fetthenne (Sedum spectabile) für ein reichhaltiges Angebot. Diese Abfolge stellt sicher, dass Bienen und andere Insekten von Frühling bis Herbst kontinuierlich versorgt sind und der Nektarstrom nie ganz abreißt.
Die Bedeutung heimischer Arten sollte dabei nicht unterschätzt werden. Sie sind perfekt an die hiesigen Klimabedingungen angepasst und bieten den heimischen Insekten genau die Nahrung, die sie benötigen. Stauden wie die Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium) oder die Skabiose (Scabiosa columbaria) sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch wahre Magneten für Bienen und Schmetterlinge. Heimische Pflanzen sind oft robuster und benötigen weniger Pflege, was sie zu idealen Kandidaten für jeden Garten macht.
Als Grundstock für ein Bienenweide-Beet in deutschen Gärten haben sich fünfzehn Stauden besonders bewährt: Lavendel (Lavandula angustifolia), Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), Katzenminze (Nepeta faassenii), Fette Henne (Sedum spectabile), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Kugeldistel (Echinops ritro), Glockenblume (Campanula persicifolia), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Bergminze (Calamintha nepeta), Thymian (Thymus vulgaris), Schafgarbe (Achillea millefolium), Oregano (Origanum vulgare), Bartblume (Caryopteris clandonensis), Goldrute (Solidago canadensis) und Herbstaster (Aster novi-belgii). Diese Pflanzen sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch robust und anpassungsfähig an verschiedene Boden- und Lichtverhältnisse. Wer die Auswahl erweitern möchte, ergänzt sie um die Königskerze (Verbascum).
Bei der Anlage eines insektenfreundlichen Staudenbeets zählen schließlich die Standortbedingungen. Ein sonniger Platz ist für die meisten Bienenweide-Stauden ideal, da viele nektarreiche Pflanzen volle Sonne bevorzugen. Der Boden sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, die viele Stauden nicht vertragen. Eine Pflanzung in Gruppen sorgt für ein harmonisches Bild und erleichtert den Insekten zugleich das Auffinden der Blüten. Zudem ist es ratsam, auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten, um die Gesundheit der Insekten nicht zu gefährden. Durch die Auswahl der richtigen Pflanzen können Hobbygärtner nicht nur ihren Garten verschönern, sondern auch aktiv zum Schutz der Bienen und Insekten beitragen.
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